15. Oktober 2026 · Tokio
Japans Nationale Polizeibehörde hat ein Expertengremium eingesetzt, das neue Instrumente gegen Stalking prüfen soll. Im Mittelpunkt stehen zwei Vorschläge: Stalker sollen ein GPS-Gerät tragen müssen, das Betroffene warnt, sobald sich der Täter nähert, und bestimmte Täter sollen zu einer Behandlung oder Beratung verpflichtet werden können. Die Behörde gab das Gremium am 15. Oktober bekannt, die erste Sitzung ist für den 19. Oktober in Tokio angesetzt.
Das Gremium soll unter anderem klären, für welche Täter die Geräte infrage kommen, wie sie angebracht werden und unter welchen Bedingungen eine Behandlung verpflichtend sein könnte. Dazu gehört auch, ob dafür das Gesetz zur Regulierung von Stalking geändert werden muss. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, gilt es als offene Frage, wie sich eine solche Überwachung mit den Grundrechten der Betroffenen vereinbaren lässt.
Der Vorstoß hat eine politische Vorgeschichte. Ende Mai übergab ein Ausschuss der Regierungspartei LDP Premierministerin Sanae Takaichi einen Vorschlag für GPS-Geräte. Takaichi sagte damals zu, einen neuen und wirksamen Mechanismus zum Schutz der Opfer zu prüfen. Am 28. Juli beschloss der Ministerrat für Kriminalitätsbekämpfung, GPS-Geräte und eine verpflichtende Beratung für Täter zu prüfen. Gedacht sind die Geräte demnach für Personen, gegen die bereits ein behördliches Kontaktverbot nach dem Stalking-Gesetz besteht. Solche Verbote erließen die Behörden 2025 in 3.037 Fällen, so oft wie nie seit Inkrafttreten des Gesetzes.
Beschlossen ist damit noch nichts. Die Polizeibehörde will möglichst bald einen Bericht vorlegen, einen konkreten Zeitplan für eine Gesetzesänderung gibt es bisher nicht.


