14. Oktober 2026 · Tokio
Zum ersten Mal seit 41 Jahren sind die Schätze des Kyotoer Zen-Tempels Daitoku-ji in einer großen Ausstellung vereint, in Tokio sogar zum ersten Mal überhaupt. Das Nationalmuseum Tokio zeigt seit dem 14. Oktober im Heiseikan die Sonderausstellung „Daitoku-ji – Honchō musō no zen’en“. Der Titel greift ein Lob des Kaisers Go-Daigo auf, der den Tempel als unvergleichliche Zen-Stätte des Landes rühmte. Anlass ist das 700-jährige Bestehen: Der Mönch Shūhō Myōchō, bekannt als Daitō Kokushi, gründete den Tempel 1326.
Laut dem Portal Internet Museum umfasst die Schau 14 Nationalschätze und 69 Wichtige Kulturgüter aus dem Haupttempel, seinen Subtempeln und angeschlossenen Tempeln. Dazu gehören das Porträt des Gründers von 1334 mit eigenhändiger Inschrift, das Hängerollen-Ensemble mit Guanyin, Affen und Kranichen des chinesischen Malers Muqi aus dem 13. Jahrhundert, die als „Kizaemon Ido“ bekannte koreanische Teeschale und eine Yōhen-Tenmoku-Schale. Auch Kanō Eitokus Bildnis von Oda Nobunaga ist zu sehen.
Der Rundgang folgt der Geschichte des Tempels: von der Gründung mit Unterstützung der Kaiser Hanazono und Go-Daigo über die Zeit, in der sich der Daitoku-ji abseits des staatlich geförderten Gozan-Systems hielt und von Kaufleuten aus Sakai getragen wurde, bis zu Ikkyū Sōjun, den Kriegsherren der Sengoku-Zeit und den Mönchen der Edo-Zeit. Zum Abschluss ist das sonst unzugängliche Obergeschoss des Tores Kinmōkaku nachgebildet, das der Teemeister Sen no Rikyū errichten ließ. Eine Shaka-Figur und eine Rikyū-Statue von dort werden erstmals öffentlich gezeigt. Eine Rikyū-Statue im Tor gilt der Überlieferung nach als einer der Anlässe für den Bruch mit Toyotomi Hideyoshi, der Rikyū 1591 zum Suizid zwang. Die ausgestellte Figur stammt allerdings aus dem 19. Jahrhundert.
Die Ausstellung läuft bis zum 6. Dezember, viele Werke wechseln während der Laufzeit, zahlreiche Stücke sind nur bis zum 8. November zu sehen. Der Eintritt kostet 2.300 Yen. Geöffnet ist von 9.30 bis 17 Uhr, freitags und samstags bis 20 Uhr, montags ist geschlossen.


