15. Oktober 2026 · Tokio
Im Hauptberuf behandelte Shōya Yoshida Patienten als Hals-Nasen-Ohren-Arzt, daneben entwarf er Geschirr, Möbel und Leuchten. Das Panasonic Shiodome Museum of Art in Tokio widmet dem Mann aus Tottori seit dem 15. Oktober die Ausstellung „Yoshida Shōya no Design“, deren Untertitel sinngemäß lautet: „Die Zukunft, die die Shinsaku-Mingei-Bewegung anstrebte“. Rund 300 Objekte und Dokumente sind bis zum 20. Dezember zu sehen.
Yoshida (1898–1972) gehörte zum Umfeld der Mingei-Bewegung, die Sōetsu Yanagi und Mitstreiter vor rund 100 Jahren begründeten und die die Schönheit handwerklicher Alltagsgegenstände in den Mittelpunkt stellte. Yoshida ließ nach eigenen Entwürfen neue Gebrauchsgegenstände für das moderne Leben fertigen, sogenanntes Shinsaku Mingei, also neu geschaffenes Volkskunsthandwerk aus Keramik, Holz, Textil und Metall. In seiner Heimat half er, die Töpferei Ushinoto-yaki wiederzubeleben. Der Keramiker Kanjirō Kawai nannte ihn die „Mutter des Mingei“, oft wird er auch als Produzent der Bewegung bezeichnet.
Die Ausstellung zeichnet nach, wie Yoshida Herstellung, Vertrieb und Verkauf organisierte. Er gründete das Geschäft Takumi Kōgeiten und das Tottori Folk Crafts Museum und setzte sich für den Schutz der Sanddünen von Tottori sowie von Kulturgütern wie dem historischen Gebäude Jinpūkaku ein. Neben Keramik, Stehleuchten und Holzmöbeln rekonstruiert die Schau Teile seiner ehemaligen Arztpraxis und seines Wohnhauses in Originalgröße. Dazu passt ein überlieferter Satz Yoshidas: Würde er wiedergeboren, wolle er Architekt werden.
Das Museum im Panasonic Tokyo Shiodome Building ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs geschlossen, an Feiertagen aber geöffnet. Der reguläre Eintritt kostet 1.200 Yen.


