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Bank of Japan: Ratsmitglied Junko Koeda warnt vor zu viel Zurückhaltung bei Zinserhöhungen

15. Oktober 2026 · Kumamoto

Junko Koeda, Mitglied im geldpolitischen Rat der Bank of Japan, hat sich für weitere Zinserhöhungen ausgesprochen. Die Notenbank solle beim Anheben des Leitzinses nicht übermäßig vorsichtig werden, sagte sie am 15. Oktober in einer Rede vor Vertretern der regionalen Wirtschaft in Kumamoto. Den Zins solle die Bank zeitnah an die Entwicklung von Konjunktur und Preisen anpassen. Ein festes Tempo oder einen Termin nannte sie nicht.

Ihre Begründung: Die Teuerung in Japan sei inzwischen breit verankert. Mehr als 70 Prozent der über 500 Waren und Dienstleistungen im Verbraucherpreisindex hätten sich im Jahresvergleich verteuert, die zugrunde liegende Inflation liege insgesamt bei etwa zwei Prozent und damit beim Ziel der Notenbank. Die Risiken sieht Koeda eher auf der Seite steigender Preise – durch den schwachen Yen, die starke Nachfrage rund um künstliche Intelligenz und die Lage im Nahen Osten. Geopolitische Schocks schlügen in Japan offenbar stärker auf die Preise durch als anderswo, weil der Yen in solchen Phasen eher nachgebe, statt als sicherer Hafen gefragt zu sein. Die Wirtschaft bewertete sie insgesamt als solide, mit hohen Unternehmensgewinnen und weiter steigenden Löhnen.

Der Leitzins liegt seit der Ratssitzung vom 17. und 18. September bei etwa 1,25 Prozent. Die Finanzierungsbedingungen seien insgesamt weiterhin locker, so Koeda. Den neutralen Zins, der die Wirtschaft weder bremst noch anheizt, verortet sie „deutlich über einem Prozent“, womöglich sogar über zwei Prozent. Nach dieser Lesart wäre die Geldpolitik trotz der bisherigen Schritte noch nicht restriktiv.

Die nächste geldpolitische Sitzung findet am 29. und 30. Oktober statt. Koedas Rede gibt die Sicht eines einzelnen der neun Ratsmitglieder wieder, keinen Beschluss des Gremiums. In der Zusammenfassung der Meinungen aus der September-Sitzung hieß es noch, es gebe keinen Grund zur Eile. Eine erneute Erhöhung unmittelbar im Oktober galt an den Märkten Anfang des Monats eher als unwahrscheinlich.

Foto: katorisi / CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

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