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JK Business: Japans Geschäft mit Schülerinnen

17. Oktober 2026 · Tokio

Dieser Artikel ist Teil unseres Dossiers Kinderschutz in Japan.

Ende 2025 gab es in Japan noch 79 Läden, in denen Männer dafür bezahlen, Zeit mit Schülerinnen zu verbringen. Das geht aus einer Erhebung der Nationalen Polizeibehörde hervor. Ein Jahr zuvor waren es 91, Ende 2017 noch 131. In Japan nennt man dieses Geschäft „JK Business“ (JKビジネス). Die Zahlen zeigen, dass strengere Regeln wirken. Sie zeigen aber auch, dass das Geschäft nicht verschwindet.

Was hinter dem Begriff steckt

JK steht für joshi kōsei (女子高生), Oberschülerin. Die Angebote wirken auf den ersten Blick harmlos: Ein Mann zahlt dafür, dass sich eine Schülerin mit ihm unterhält, mit ihm spazieren geht oder für Fotos posiert. Weil diese Läden nicht als Sexgewerbe galten, brauchten sie lange weder eine Genehmigung noch eine Anmeldung. Die Polizei hatte kaum eine Handhabe. Im Januar 2016 kannte allein die Tokioter Polizei 174 solcher Läden in der Hauptstadt.

Das Außenministerium der USA sah darin ein Einfallstor für Menschenhandel. In seinem Bericht von 2019 schrieb es, Varianten des JK Business erleichterten weiterhin den Handel mit japanischen Kindern zu sexuellen Zwecken.

Wie die Präfekturen reagierten

Weil es kein landesweites Gesetz gibt, handelten die Präfekturen selbst. Aichi beschloss im März 2015 als eine der ersten eine Verordnung dagegen. Tokio folgte mit einer Verordnung, die am 1. Juli 2017 in Kraft trat. Seitdem dürfen in Tokio keine Minderjährigen mehr in solchen Läden arbeiten. Die Betreiber müssen sich bei der Polizei anmelden, und bei Verstößen drohen bis zu ein Jahr Haft oder eine Million Yen Geldstrafe. Die Präfektur Hyogo zog im Dezember 2017 nach, weitere Präfekturen folgten.

Die Regeln haben das Geschäft verändert, aber nicht beendet. Ende 2017 zählte die Polizei landesweit 131 Läden, rund 60 Prozent davon in Tokio und rund 30 Prozent in Osaka. In seinem Bericht von 2019 nannte das Außenministerium der USA 137 Läden und 69 Festnahmen. Der Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen forderte Japan im März 2019 auf, das JK Business ganz zu verbieten.

Teil eines größeren Problems

Das JK Business ist nur ein Teil der Debatte darüber, wie Japan Minderjährige vor sexueller Ausbeutung schützt. Anders als bei den Läden hat der Staat bei den sogenannten Junior Idols bis heute gar nicht reguliert. Mehr dazu in unserem Artikel „Junior Idols: Japans Grauzone, die kein Gesetz erfasst“. Einen Überblick über Gesetze, Lücken und aktuelle Zahlen gibt unser Artikel „Zwischen Kawaii und Kinderschutz“.

Die Polizei zieht die Zügel an

Ein landesweites Verbot gibt es bis heute nicht. Im Februar 2023 wies die Nationale Polizeibehörde aber alle Präfekturpolizeien in einem Rundschreiben an, schärfer gegen das JK Business vorzugehen. Es ersetzte ein älteres Schreiben aus dem Jahr 2019. Die Tokioter Polizei warnt Jugendliche auf ihrer Website ausdrücklich davor, in solchen Läden zu arbeiten.

Ende 2025 zählte die Polizei noch 79 Läden. 54 davon lagen in Tokio, 18 in Osaka. Das Geschäft konzentriert sich damit noch stärker auf die beiden größten Städte des Landes.

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Quellen

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