Die Tokioter Polizei hat einen 26-jährigen Yakuza-Angehörigen und zwei junge Frauen wegen Betrugsverdachts festgenommen. Die drei sollen im Januar von einem Stützpunkt in Kambodscha aus bei einem Mann in der Präfektur Kyoto angerufen und sich als Polizisten ausgegeben haben. Das Opfer, ein Mann in seinen Zwanzigern, verlor dabei nach Angaben der Ermittler rund 2,5 Millionen Yen (rund 14.100 Euro).
Der 26-Jährige gehört laut Polizei zu einer Gruppe des Sumiyoshi-kai. Der Verband ist in Japan offiziell als Yakuza-Organisation eingestuft. Bei den Frauen handelt es sich um eine 20-Jährige aus Nagoya und eine 22-Jährige aus Kushiro auf Hokkaido. Die Polizei machte die Festnahmen am Dienstag öffentlich.
Vorwand Geldwäsche
Am Telefon sollen die Anrufer dem Opfer erzählt haben, gegen ihn bestehe ein Verdacht auf Geldwäsche. Sie wollten angeblich sein Konto überprüfen und ließen ihn deshalb Geld auf andere Konten überweisen. So kamen die rund 2,5 Millionen Yen zusammen, die die Polizei der Gruppe zur Last legt. Wer bei solchen Banden die Anrufe übernimmt, wird in Japan „Kakeko“ genannt.
Angeworben in Kabukichō
Die beiden Frauen soll der 26-Jährige im Tokioter Vergnügungsviertel Kabukichō angeworben haben, und zwar in der sogenannten Toyoko-Szene. Dort treffen sich seit Jahren Jugendliche und junge Erwachsene. Anschließend soll er die Frauen nach Kambodscha geschickt haben. Dass sie dort bei Betrügereien mitmachen sollten, sagte er ihnen nach Angaben der Polizei nicht.
Die Frauen räumen die Vorwürfe ein. Der 26-Jährige äußert sich bisher nicht dazu. Auf seinem Smartphone fanden die Ermittler Fotos von dem Ort, an dem sich die Frauen aufgehalten haben sollen. Die Polizei hat diese Bilder des mutmaßlichen Betrugsstützpunkts veröffentlicht.
Schon zum siebten Mal festgenommen
Für den 26-Jährigen ist es nicht die erste Festnahme. Nach Zählung der Zeitung Tokyo Shimbun ist es bereits die siebte. Insgesamt steht er im Verdacht, vier Menschen entführt zu haben, um sie zu Betrugsstützpunkten im Ausland zu bringen.
Im August wurde er wegen des Verdachts festgenommen, eine damals 19-jährige Frau entführt und ins Ausland gebracht zu haben. Er soll ihr zusammen mit Komplizen im Oktober 2025 gut bezahlte Arbeit im Ausland versprochen haben. „Manche Mädchen verdienen in einer Woche 5 Millionen Yen“, hieß es dabei laut der Nachrichtenagentur Kyodo. Das sind umgerechnet rund 28.200 Euro. Vom Flughafen Haneda aus soll er sie über Malaysia zu einem Betrugsstützpunkt in Kambodscha geschickt haben. Die Frau wusste laut Polizei nicht, dass es um Betrug ging. Im Juli 2026 floh sie und fand Schutz bei der japanischen Botschaft vor Ort. Eine der beiden jetzt festgenommenen Frauen war laut ANN zur Tatzeit im Januar 19 Jahre alt. Ob es dieselbe Frau ist, sagen die Berichte nicht ausdrücklich.
Im September folgte laut dem Sender TBS die sechste Festnahme. Der Verdacht lautete wieder auf Entführung, diesmal einer Frau in ihren Zwanzigern. Ihr soll er gesagt haben, sie könne in drei Monaten 5 Millionen Yen (ebenfalls rund 28.200 Euro) verdienen.

