StartGesellschaftRekord bei ausländischen Babys: Japans Netz streitet

Rekord bei ausländischen Babys: Japans Netz streitet

In Japan sind 2025 so viele ausländische Babys zur Welt gekommen wie nie zuvor. Rund 23.000 Kinder ohne japanische Staatsangehörigkeit wurden im Land geboren, das ist der dritte Rekord in Folge. Das berichtete der Sender NHK am Dienstag. In manchen Städten ist inzwischen mehr als jedes zehnte Neugeborene ausländisch. Solche Städte gibt es dreimal so viele wie vor sechs Jahren.

Bei den japanischen Babys geht es dagegen weiter abwärts. 2025 kamen nur 671.236 zur Welt, so wenige wie nie seit Beginn der Statistik 1899. Im Durchschnitt bekommt eine Frau in Japan rechnerisch nur noch 1,14 Kinder.

Eine Rechnung macht die Runde

Auf X löste die Meldung einen Sturm aus, vor allem ums Geld. Ein Nutzer rechnete vor: 23.000 Babys mal 500.000 Yen Geburtsgeld ergebe 11,5 Milliarden Yen (rund 65 Millionen Euro) aus Steuern für Ausländer. Warum schicke Japan schwangere Ausländerinnen nicht wie Singapur in ihre Heimat zurück?

Den Post teilte auch der Sänger und Schauspieler Masanori Sera, der 2025 in Osaka für das Oberhaus kandidiert hatte. Für ihn liegt das Problem darin, dass Ausländer seit 1986 in die staatliche Krankenversicherung dürfen:

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Übersetzung (Auszug): „Dass die japanische Staatsangehörigkeit als Bedingung abgeschafft wurde, ist das Grundproblem.“ Darunter fügte Sera eine Erklärung ein, die er nach eigener Angabe von einer KI hat.

Ausgerechnet diese Erklärung zeigt, warum die Rechnung nicht aufgeht. Das Geburtsgeld von 500.000 Yen (rund 2.800 Euro) pro Kind zahlt die Krankenversicherung an ihre Versicherten. Ausländer, die länger als drei Monate in Japan bleiben, müssen sich versichern und zahlen dann auch Beiträge. Ob alle 23.000 Familien das Geld bekommen haben, sagt die Statistik nicht.

Auch aus der Politik kam Kritik. Die Abgeordnete Mizuho Umemura von der rechten Partei Sanseitō sieht Japan auf dem Weg zu einem Einwanderungsland wie Frankreich und fordert strengere Regeln für den Familiennachzug:

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Übersetzung: „Japan eifert verzweifelt Frankreich nach. Ich fordere es schon lange: Der Familiennachzug muss strenger geregelt werden, vor allem bei Studenten. Es gibt keinen Grund, ihn zu erlauben.“

Neu ist die Stimmung nicht. Schon seit Wochen fordern Nutzer unter den Posts von Premierministerin Sanae Takaichi, weniger Ausländer ins Land zu lassen, wie wir berichtet haben.

Junge Zuwanderer, mehr Kinder

Dass mehr ausländische Babys geboren werden, hat einen einfachen Grund: Es leben mehr Ausländer in Japan, und viele sind jung. Ende 2024 waren 56 Prozent von ihnen in ihren Zwanzigern oder Dreißigern, berichtete der Radiosender J-WAVE. Im Großraum Tokio war der Anteil in der Stadt Warabi in der Präfektur Saitama besonders hoch: 21,8 Prozent aller Babys waren dort ausländisch. Ein Forscher der Kansai University of International Studies bemängelte laut der Wirtschaftszeitung Nikkei, dass viele Gemeinden ausländischen Familien kaum helfen und das Feld Hilfsvereinen überlassen.

Ende Juni 2026 lebten laut Einwanderungsbehörde 4.281.026 Ausländer in Japan, so viele wie nie. Das sind 3,5 Prozent der Bevölkerung.

Quellen

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