In Osaka hat der Spielekonzern Capcom am Donnerstag einen großen Datenabfluss gemeldet. Unbekannte haben auf die CAPCOM ID zugegriffen. Das ist das kostenlose Kundenkonto, mit dem Spieler unter anderem in „Street Fighter 6“ online spielen. Laut Capcom sind weltweit 11.774.247 Datensätze betroffen. Weil Capcom auch Kunden in Europa eigens anspricht, können ebenso Spieler in Deutschland betroffen sein.
Was abgeflossen ist
Bei allen 11,8 Millionen Datensätzen geht es um die E-Mail-Adresse und um Angaben, die das System selbst speichert: wann das Konto angelegt wurde, wann und wie oft sich jemand eingeloggt hat und mit welcher IP-Adresse zuletzt. Bei 43 Konten flossen zusätzlich Geburtsdatum, Geschlecht, Land und Spitzname ab.
Bei 196 Konten haben die Angreifer das Passwort geändert. Capcom hat diese Passwörter inzwischen zurückgesetzt. Die Passwörter, die Kunden selbst gewählt haben, sind nach bisherigem Stand nicht abgeflossen. Kreditkartendaten sind laut Capcom nicht betroffen.
Drei Tage bis zur Meldung
Am 19. Oktober entdeckte Capcom Spuren des Zugriffs und sperrte den Zugang. Am Tag darauf richtete der Konzern einen Krisenstab ein und bestätigte, dass Daten abgeflossen waren. Am 21. Oktober informierte er die Polizei und Japans Datenschutzkommission, am 22. Oktober die Öffentlichkeit.
Die Angriffsmethode hat Capcom nach eigenen Angaben ermittelt und Gegenmaßnahmen getroffen. Welche Methode es war, sagt der Konzern nicht. Die CAPCOM ID lässt sich weiter nutzen, die Spiele laufen laut Capcom normal. Wie groß der Schaden genau ist, wird noch untersucht.
Was Spieler jetzt tun sollten
Capcom will alle Betroffenen einzeln benachrichtigen. Gleichzeitig warnt der Konzern vor gefälschten Mails und Nachrichten, die angeblich von Capcom stammen. Mit den erbeuteten Adressen lassen sich solche Mails gezielt verschicken. Links darin sollte man nicht anklicken und Anhänge nicht öffnen. Kunden in Europa erreichen den Support von Capcom Europe über capcom-support.com oder per Mail an feedback@capcom.com.
Mitten in Japans Hackerwelle
Japan erlebt seit Wochen auffallend viele Angriffe auf Firmen und Behörden, wir berichten laufend über die Hackerwelle. Erst am Mittwoch meldete der Betreiber des Mangadienstes Comic Seymour, dass dort bis zu rund 4,2 Millionen Datensätze abgeflossen sind. Ob der Angriff auf Capcom mit anderen Fällen zusammenhängt, ist nicht bekannt.
Für Capcom ist es nicht der erste große Vorfall. Im November 2020 wurde ein Erpressungsangriff mit Ransomware bekannt, bei dem Daten von Kunden und früheren Mitarbeitern gestohlen wurden.

