Japans Autobauer wollen schneller werden. Bei Toyota, Honda und Nissan dauert die Entwicklung eines neuen Modells bisher vier bis fünf Jahre. Chinesische Hersteller schaffen das in weniger als zwei. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Damit sie schneller auf neue Kundenwünsche reagieren können, krempeln die japanischen Konzerne jetzt ihre Entwicklung um.
Nissan plant in Familien
Nissan entwickelt künftig mehrere Modelle ähnlicher Größe gemeinsam auf einer Plattform. Bisher brauchte der Konzern nach Angaben des Fachportals Kuruma News rund 50 Monate für ein neues Auto. Ein neues SUV für Nordamerika soll nun in drei Jahren und einem Monat fertig sein und 2028 auf den Markt kommen. Ableger auf derselben Basis sollen bis zu 40 Prozent schneller entstehen, in etwa zweieinhalb Jahren.
Die Zahl der Teilearten will Nissan um 70 Prozent senken. Die neue Strategie gilt für Modelle, die zusammen 80 Prozent des weltweiten Absatzes ausmachen. Das Geschäftsumfeld ändere sich so schnell, dass man nicht wisse, ob der Trend von gestern morgen noch gelte, sagt Sasaki aus der Produktplanung. Der Umbau solle dafür sorgen, dass gute Autos rechtzeitig auf den Markt kommen.
Honda will alles halbieren
Am weitesten geht Honda. Unter dem Namen „Triple Half“ will der Konzern Kosten, Dauer und Arbeitsaufwand der Entwicklung im Vergleich zu 2025 jeweils halbieren, unter anderem mit KI und digitalen Werkzeugen. Gelten soll das für Modelle, deren Entwicklung ab 2028 beginnt.
Der Druck ist groß. Im Geschäftsjahr bis März 2026 machte Honda einen Verlust von 423,9 Milliarden Yen (rund 2,4 Milliarden Euro), den ersten seit dem Börsengang 1957. Schuld waren vor allem Kosten durch den Kurswechsel bei Elektroautos. Honda hat drei geplante Elektromodelle für Nordamerika gestrichen und setzt bis 2030 vor allem auf Hybride. Ab 2027 kommt eine neue Hybridgeneration, die in der Herstellung über 30 Prozent billiger sein soll. Das Automagazin Motor-Fan brachte Hondas Problem so auf den Punkt: Während Honda seine Zeichnungen bis zu fünfmal überarbeite, sei das Auto der Konkurrenz aus China schon auf dem Markt.
Auch Toyota, Suzuki und Mitsubishi
Toyota, nach Stückzahlen der größte Autobauer der Welt, streicht ebenfalls Teilevarianten, die Kunden nicht brauchen. Mit dem Projekt „Area 35“ will der Konzern außerdem die Fläche in seinen Werken um 35 Prozent besser nutzen.
Suzuki will seine Entwicklungszeit auf rund zwei Jahre halbieren. Mitsubishi Motors plant bis etwa 2030 eine Verkürzung um 20 Prozent, auf etwa drei Jahre.
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