In Los Angeles hätte am Donnerstag die erste Auslandsshow der Erfolgsreihe „Uma Musume Pretty Derby“ stattfinden sollen. Daraus wird nichts: Die japanische Spielefirma Cygames hat die beiden Abende am 22. und 23. Oktober im Peacock Theater abgesagt. Die Sprecherinnen haben die nötigen US-Visa nicht bekommen.
Schon am Montag hatte Cygames mitgeteilt, dass die Visa noch nicht genehmigt seien. Ihre endgültige Entscheidung wollte die Firma bis Dienstag um 14:00 Uhr japanischer Zeit bekanntgeben (7:00 Uhr deutscher Zeit). Am Dienstag kam dann die Absage. Man habe alle Wege gesucht, die Show doch noch stattfinden zu lassen, heißt es in der Mitteilung. Nach Angaben von Cygames lief die Vorbereitung mit Anwälten und einem Veranstalter in den USA seit mehr als einem halben Jahr. Welche Visumsart beantragt war und warum sie nicht erteilt wurde, sagte die Firma nicht.
Geld zurück, aber nicht für jeden
Erstattet werden die Tickets für die Halle, die Tickets für den Livestream, das offizielle Reisepaket des Reiseveranstalters JTB und die Karten für die öffentlichen Live-Übertragungen (Live-Viewing). Die Hallentickets kosteten 80 bis 350 US-Dollar (rund 70 bis 310 Euro) plus Gebühren. Das JTB-Paket enthielt Flug, Hotel, Eintritt für beide Abende und einen Shuttlebus.
Offen ist dagegen, was mit Fans passiert, die Flug und Hotel selbst gebucht haben. Für sie werde eine Lösung „geprüft“, schreibt Cygames. Einzelheiten sollen auf der Sonderseite zum Event folgen. Die Firma entschuldigte sich bei den Fans, die in der Spielewelt „Trainer“ heißen, und bei allen Beteiligten.
Unter den Fans ist der Ärger groß. Viele kritisieren, dass die Absage erst zwei Tage vor der Show kam. Manche dürften schon in Los Angeles sein. Laut dem Nachrichtenportal coki gibt ein Fan an, bereits mehr als 500.000 Yen (rund 2.800 Euro) ausgegeben zu haben. Ein anderer berichtet von Flugtickets für 200.000 bis 300.000 Yen (rund 1.100 bis 1.700 Euro). Sie fordern, dass Cygames auch Reisekosten übernimmt. Kritik gibt es außerdem daran, dass der Kartenverkauf begann, bevor die Visa sicher waren.
Das US-Spieleportal Kotaku verweist auf die verschärfte Einwanderungspolitik der Regierung von Donald Trump. Auch andere internationale Musiker hätten wegen Visa-Problemen Auftritte in den USA abgesagt, manche mieden das Land ganz.
Welttournee geht ohne Los Angeles weiter
Die Show in Los Angeles war die zweite Station der Welttournee „THE STAGE“, des siebten großen Live-Events der Reihe. Den Auftakt gab es am 20. und 21. Juni in der Ariake Arena in Tokio. Danach sind London und Seoul geplant, das Finale soll in Yokohama stattfinden. Diese Stationen stehen weiter im Plan, Termine sind noch nicht bekannt.
In Los Angeles sollten 17 Sprecherinnen auftreten, darunter Machico, die Stimme der Figur Tōkai Teiō, und Yui Ogura, die Manhattan Cafe spricht. Bei diesen Events stehen die Sprecherinnen selbst auf der Bühne. Vorbild sind die Bühnenshows, die ihre Figuren im Spiel nach den Rennen geben.
Pferdemädchen nach echten Vorbildern
„Uma Musume“ heißt wörtlich „Pferdemädchen“. Im Spiel betreut man als Trainer an einer Rennschule junge Läuferinnen, die auf der Rennbahn gewinnen und als Idols groß herauskommen wollen. Die Figuren sind echten Rennpferden nachempfunden. Das Handyspiel erschien im Februar 2021 in Japan und kam in nur sieben Monaten auf zehn Millionen Downloads. Seit Juni 2025 gibt es eine englische Fassung. Bei den Game Awards 2025 wurde „Uma Musume“ als bestes Mobile-Spiel ausgezeichnet.

