In Japan gehören Automaten zum Straßenbild. Ende 2025 waren es landesweit rund 3,88 Millionen Geräte, davon etwa 2,18 Millionen für Getränke. Das berichtet das Magazin Gendai unter Berufung auf den Branchenverband. Viele davon verkaufen nicht nur kalte Limo, sondern auch heiße Getränke und sogar ganze Mahlzeiten.
Heiß und kalt aus derselben Maschine
Dass ein Automat warme Dosen ausgibt, ist eine japanische Erfindung. Laut dem Infoportal Kids Web Japan des japanischen Außenministeriums entwickelte die Firma Pokka aus Nagoya 1973 die ersten Automaten der Welt, die heiße Dosengetränke ausgeben. Coca-Cola Japan brachte 1975 zum Start seines Dosenkaffees „Georgia“ einen Automaten, der heiße und kalte Getränke gleichzeitig anbietet. Heute gibt es Dosenkaffee und grünen Tee aus dem Automaten praktisch an jeder Straße.
Ramen aus der Dose
Ein Klassiker steht in Akihabara, dem Elektronik- und Anime-Viertel in Tokio. Dort gibt es seit Jahren Oden, einen Eintopf in Brühe, aus dem Automaten in der Dose. Anfang 2025 kam laut dem Portal Akiba PC Hotline ein Automat für Ramen in der Dose dazu, mit echten Nudeln. Er steht auf einem Parkplatz, eine Dose kostet 500 Yen (rund 3 Euro).
Frische Udon mit Tempura-Lotterie
Noch besser essen kann man in den Bergen der Stadt Midori in der Präfektur Gunma. Am Automatenstand Marumiya kocht seit 1975 rund um die Uhr ein Automat frische Udon, Soba und Ramen, ganz ohne Personal. Eine Schüssel kostet 300 Yen (rund 1,70 Euro). Die Udon sind laut der Zeitung Daily Sports eine regionale Spezialität. Dazu gibt es eine kleine Lotterie: Wer Glück hat, bekommt Garnelen-Tempura obendrauf, sonst Kürbis oder Süßkartoffel. Neue Geräte dieser Art werden nicht mehr gebaut. Betreiber Eiichi Saitō sagt, man arbeite mit den Maschinen, solange sie noch laufen.
Wie beliebt solche alten Essensautomaten sind, zeigt ein Reifenhändler in Sagamihara bei Tokio. Er hat laut dem Portal Kuruma News über 100 Retro-Automaten aufgestellt, mit warmen Udon und Soba, Ramen, Hamburgern und Curry. Eigentlich sollten sie nur die Wartezeit beim Reifenwechsel verkürzen. Ältere Kunden finden sie nostalgisch, jüngere einfach lustig.
Suppenbrühe in der PET-Flasche
Die Sojasaucenfirma Nitanda Shōyu aus der Präfektur Hiroshima verkauft ihre Brühe „Dashi Dōraku“ seit 2007 am Automaten. Der Grund war ganz praktisch: Im eigenen Restaurant ging der Verkauf nur bis 14:30 Uhr. 2018 standen nach Angaben der Zeitung Daily Sports 57 Automaten in zehn Präfekturen, von Hokkaido bis Fukuoka. Eine Flasche kostete 700 Yen (rund 4 Euro), rund 70 Prozent ihres Umsatzes machte die Firma über die Automaten.
Der Strom macht den Automaten zu schaffen
So beliebt die Automaten sind, ihre Zahl sinkt. 2013 waren es laut Gendai noch rund 5,09 Millionen. Als Hauptgrund nennt ein Branchenmanager in dem Bericht die Stromkosten. Früher habe ein Automat im Jahr etwa 70.000 Yen Strom verbraucht (rund 400 Euro), heute seien es oft mehr als 100.000 Yen (rund 570 Euro).
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