StartEntertainmentFilm & SerienMit 21 Krebs: Ein Tagebuch rührt Japan zu Tränen

Mit 21 Krebs: Ein Tagebuch rührt Japan zu Tränen

In Aomori im Norden Japans erfährt Nodoka Endō 2018, dass sie Darmkrebs im Stadium IV hat. Sie ist 21. Nur 13 von 100 Betroffenen leben nach fünf Jahren noch. Nodoka stirbt am 8. September 2021 mit 24 Jahren. Bis zehn Tage vor ihrem Tod schreibt sie Tagebuch.

Aus diesem Tagebuch ist jetzt der Kinohit des Herbstes geworden. Der Film „Mama ga mō kono sekai ni inakute mo“ (etwa „Auch wenn Mama nicht mehr auf dieser Welt ist“) stand am Wochenende zum dritten Mal auf Platz 1 der japanischen Kinocharts. Seit dem Start am 2. Oktober haben ihn 2,04 Millionen Menschen gesehen, eingespielt hat er 2,9 Milliarden Yen (rund 16,5 Millionen Euro).

Eine Hochzeitsreise, die ganz Japan sah

Nach der Diagnose heiratete Nodoka mit 22 ihren sechs Jahre älteren Freund Masakazu. Die Unterhaltungssendung „Waratte Koraete!“ des Senders Nippon TV begleitete die beiden auf ihrer Hochzeitsreise. So lernte ganz Japan das Paar kennen.

Dann traf Nodoka eine Entscheidung, die ihr Mann nicht wollte: Sie setzte die Chemotherapie aus, weil sie ein Kind bekommen wollte. Mit 23 brachte sie eine Tochter zur Welt. Ihre Aufzeichnungen erschienen 2021 beim Verlag Shogakukan und wurden ein Bestseller. Seit Juni gibt es sie als Taschenbuch, ergänzt um einen neuen Text über die fünf Jahre, die Tochter und Ehemann seitdem ohne sie verbracht haben.

Erst Liebesfilm, dann Krankenhaus

Im Film spielt Haruna Kawaguchi die junge Frau, Mahiro Takasugi ihren Mann. Regie führte Yuki Yamato, es ist ihr erster Spielfilm seit sieben Jahren. Die Geschichte beginnt als Liebesfilm über ein junges Paar in Aomori. Nach der Diagnose rücken die beiden enger zusammen, während Nodokas Familie mit ihrer Entscheidung für das Kind ringt. Der Film zeigt auch den Klinikalltag und andere Krebskranke.

Den Titelsong „Shiawase“ singt Vaundy. Das Lied stammt von 2021 und wurde schon über 100 Millionen Mal abgespielt. Im Trailer ist es zu hören.

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Trailer zum Film: Toei Movie Channel (offizieller Kanal des Verleihs), Japanisch, rund eine Minute, auf YouTube ansehen

Vier Wochenenden, dreimal Platz 1

Zum Start lief der Film in 353 Kinos. Am ersten Wochenende kamen rund 291.000 Besucher, das reichte für Platz 1. In sozialen Netzwerken sprach sich schnell herum, dass man bei diesem Film weinen muss. Am zweiten Wochenende rutschte er auf Platz 3, am dritten holte er sich die Spitze zurück, mit fast so vielen Zuschauern wie in der Woche davor.

Am vierten Wochenende vom 23. bis 25. Oktober kamen noch einmal rund 280.000 Besucher, das brachte 394 Millionen Yen (rund 2,2 Millionen Euro). Auf Platz 2 folgte der Anime „Chiikawa“, der in 14 Wochen schon über 18,4 Milliarden Yen eingespielt hat.

Laut dem Filmportal Movie Walker Press läuft „Mama ga mō kono sekai ni inakute mo“ rund 20 Prozent besser als zwei frühere Liebesdramen, bei denen Japan ebenfalls geweint hat, zum gleichen Zeitpunkt ihrer Laufzeit: „Yomei 10-nen“ (2022) und „Ano hana ga saku oka de, kimi to mata deaetara.“ (2023). Die beiden spielten am Ende 3 und 4,54 Milliarden Yen ein. Das Portal hält es für möglich, dass der neue Film seinen Umsatz noch mehr als verdoppelt.

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Quellen

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