StartEntertainmentAnime & Manga„CLANNAD“-Autor Jun Maeda hat Krebs und will bis zuletzt schreiben

„CLANNAD“-Autor Jun Maeda hat Krebs und will bis zuletzt schreiben

Jun Maeda (麻枝准), einer der einflussreichsten Autoren der japanischen Visual-Novel-Szene, ist an Rachenkrebs erkrankt. Das hat die Spielefirma Visual Arts, zu der Maedas Marke Key gehört, am 19. Oktober bekannt gegeben. Maeda verzichtet auf eine aggressive Behandlung und setzt auf Palliativversorgung. So will er seine Kraft für das Schreiben und Komponieren aufsparen. Er wolle sich bis zuletzt ganz seiner Arbeit widmen, heißt es in der Mitteilung. Derzeit liegt er im Krankenhaus.

Laut Visual Arts spürte Maeda seit dem Frühjahr Beschwerden im Hals. Im Sommer kamen Schwellungen und Schmerzen hinzu, eine Untersuchung im Krankenhaus brachte dann die Diagnose.

Der Mann hinter „Kanon“, „AIR“ und „CLANNAD“

Visual Novels sind in Japan ein eigenes Genre: interaktive Geschichten, die man vor allem liest, mit Bildern, Musik und Entscheidungen, die den Verlauf ändern. Maeda hat das Genre geprägt wie kaum ein anderer. Für Key schrieb er die Geschichten und viele Lieder von „Kanon“ (1999), „AIR“ (2000) und „CLANNAD“ (2004). Die Spiele sind berühmt dafür, ihre Spieler zum Weinen zu bringen. In Japan nennt man solche Titel „Nakige“, „Heulspiele“. Alle drei wurden später als Anime verfilmt und machten Key auch außerhalb Japans bekannt.

Später schrieb Maeda auch direkt für das Fernsehen, etwa die Animeserie „Angel Beats!“ (2010). Zuletzt arbeitete er vor allem am Smartphone-Rollenspiel „Heaven Burns Red“, für das er Geschichte und Lieder schreibt.

Was aus „Heaven Burns Red“ wird

Für die Fans dieses Spiels hat Visual Arts einen genauen Zwischenstand veröffentlicht. Die Geschichte bis einschließlich des ersten Teils von Kapitel 6 ist fertig geschrieben, die Lieder dafür sind komponiert. Auch die Haupthandlung bis zum Ende von Kapitel 6 hat Maeda im Kern verfasst. Weitere Kapitel und Lieder könnten je nach Krankheitsverlauf aber nicht mehr von ihm selbst stammen.

Außerdem hatte Maeda ein neues Musikprojekt auf YouTube geplant, das eigentlich über lange Zeit laufen sollte. Weil ihm dafür nun wenig Zeit bleibt, sollen die schon ausgedachten Stücke zügig fertig werden und nach und nach erscheinen.

Wer Maeda Mut zusprechen will, kann Briefe oder E-Mails an Visual Arts schicken. Die Firma leitet sie weiter, persönliche Antworten wird es aber nicht geben. Geschenke nimmt sie nicht an. Visual Arts bat die Fans, Maedas Entscheidung warmherzig zu begleiten, damit er bis zuletzt kreativ arbeiten kann.

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