StartPolitik & WirtschaftWirtschaftSechs Billionen Yen: Blackstone-Chef will in Japan groß einkaufen

Sechs Billionen Yen: Blackstone-Chef will in Japan groß einkaufen

Einer der größten Finanzinvestoren der Welt will in Japan so viel Geld ausgeben wie nie zuvor. Stephen Schwarzman, Chef und Mitgründer der Firma Blackstone aus New York, kündigte im Interview mit dem Sender NHK an: In den nächsten drei Jahren sollen die Investitionen in Japan auf 40 Milliarden US-Dollar steigen. Das sind rund 6 Billionen Yen (rund 36 Milliarden Euro).

Die Wirtschaftszeitung Nikkei beziffert die Summe auf bis zu 6,4 Billionen Yen, ebenfalls verteilt auf drei Jahre.

Wer ist Blackstone?

Blackstone sitzt in New York und kauft mit dem Geld von Pensionskassen, Versicherungen und anderen Anlegern Firmen und Immobilien. Blackstone gilt als größter Vermögensverwalter der Welt für sogenannte alternative Anlagen, also alles jenseits klassischer Aktien und Anleihen. NHK nennt Blackstone einen der größten Investmentfonds der Welt.

Schwarzman ist in diesen Wochen in Japan sehr präsent. Am 15. Oktober empfing ihn Wirtschaftsminister Ryōsei Akazawa zu einem Gespräch. Laut Ministerium ging es um die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Japan und den USA, um die weltweite Lage bei KI und Rechenzentren und um Blackstones Investitionen in Japan. Außerdem erzählt Schwarzman im Oktober in der Nikkei-Kolumne „Watashi no Rirekisho“ („Mein Lebenslauf“) sein Leben. In der englischen Fassung heißt die Reihe „Repaying my debt to Japan“, sinngemäß „Ich zahle meine Schuld an Japan zurück“.

Mehr als zehnmal der bisher größte Deal

Wie groß die neue Summe ist, zeigen Blackstones bisherige Geschäfte in Japan. Im Dezember 2024 kaufte die Firma für rund 400 Milliarden Yen (rund 2,3 Milliarden Euro) den Gebäudekomplex Tokyo Garden Terrace Kioicho in Tokio mit Büros, Wohnungen und einem Luxushotel. Laut Blackstone war das die größte Immobilieninvestition, die ein ausländischer Investor je in Japan getätigt hat.

Im August 2025 folgte ein Übernahmeangebot für TechnoPro, einen der führenden Anbieter von Ingenieuren und IT-Fachleuten in Japan. Mit rund 507 Milliarden Yen (rund 2,9 Milliarden Euro) war das nach Firmenangaben Blackstones größte Investition in Japan überhaupt. Die jetzt angekündigten 6 Billionen Yen wären mehr als zehnmal so viel.

Auch mit Japans großen Finanzhäusern rückt Blackstone enger zusammen. Im Juni 2026 vereinbarte der Lebensversicherer Nippon Life eine Partnerschaft. Er will Blackstone innerhalb von fünf Jahren Kreditanlagen im Wert von rund 1,5 Billionen Yen (rund 8,4 Milliarden Euro) zur Verwaltung übergeben. Außerdem wollen beide bei mehr als zehn Gebäuden von Nippon Life in Stadtlage zusammenarbeiten, um deren Wert zu steigern.

Rechenzentren für die KI

Ein Teil des Geldes dürfte in Rechenzentren fließen. Blackstone-Präsident Jonathan Gray hatte der Nikkei schon im Juni gesagt, die Firma plane in den nächsten drei bis fünf Jahren 30 Milliarden Dollar (rund 27 Milliarden Euro) für Rechenzentren für künstliche Intelligenz in Japan ein. Welche Firmen und Gebäude Blackstone mit dem neuen Geld kaufen will, ist bislang nicht öffentlich bekannt.

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