StartGesellschaftTikTok-Trend: Kinder betreten unbefugt Polizeiwachen

TikTok-Trend: Kinder betreten unbefugt Polizeiwachen

In der Präfektur Hyōgo im Westen Japans hat die Polizei 25 Kinder und Jugendliche erwischt, die einem Trend aus den sozialen Netzwerken gefolgt sein sollen. Sie sollen unerlaubt Kōban betreten haben, also kleine Polizeiwachen an Japans Straßenecken, und dort laut „Shōrinji!“ gerufen haben. Auch über den Notruf 110 soll „Shōrinji“ gerufen worden sein. Die Jüngsten gehen in die unteren Klassen der Grundschule, die Ältesten sind 18.

Im Netz läuft das Ganze unter dem Namen „Shōrinji Racing“ (少林寺レーシング). Shōrinji ist das japanische Wort für das Shaolin-Kloster in China. Woher der Name des Trends kommt, erklären die Berichte nicht. Laut NHK verbreiten sich unter jungen Leuten Videos, in denen jemand unerlaubt in ein Kōban eindringt. Das Nachrichtennetz FNN berichtete schon Anfang Oktober, dass die Clips über Tiktok und andere Plattformen kursieren.

Zweimal hinein, weil das Video misslang

Nach Angaben des Senders Kansai TV hat die Präfekturpolizei Hyōgo bis zum 20. Oktober gegen 25 Kinder und Jugendliche ermittelt oder sie als Minderjährige aufgegriffen und verwarnt. Der Vorwurf lautet Behinderung des Dienstbetriebs und falscher Notruf.

Allein in einem Kōban in Kobe sollen es im Oktober fünf Kinder gewesen sein, von den unteren Grundschulklassen bis zur Mittelschule. Sie sollen angegeben haben, es aus Spaß getan zu haben. Eines der Kinder soll zweimal in das Kōban gegangen sein, weil das Video beim ersten Mal nicht gelungen sei.

Seit September gab es in Hyōgo weitere Vorfälle. In einem Kōban soll Saft verschüttet worden sein, dazu kamen Rufe in den Notruf. Die Polizei geht davon aus, dass die Kinder Videos aus den sozialen Netzwerken nachgeahmt haben.

Auch der Sender Chūkyō TV aus Nagoya meldete am 17. Oktober einen solchen Fall. Zwei Personen, darunter mindestens ein Jugendlicher, wurden festgenommen. Sie sollen in ein Kōban eingedrungen sein und „Shōrinji“ gerufen haben.

„Es kann um Leben gehen“

Die Jugendabteilung der Präfekturpolizei Hyōgo warnt: Wer Behörden mit solchen Streichen beschäftige, sorge dafür, dass Menschen, die Hilfe brauchen, keine bekommen. Manchmal könne es dabei um Leben gehen. Laut NHK will die Polizei konsequent dagegen vorgehen.

Wie sicher Japan im Alltag ist und welche Rolle die Polizei dabei spielt, steht in unserem Artikel Sicherheit: Japan und Deutschland im Vergleich.

Quellen

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